Allgemein Ein bisschen Alltag

Die Angst vor der Entdeckung

Verkehrte Welt

Verkehrte Welt

In ihrem Blog schrieb Katja von mädchenmitherz von ihren Befürchtungen, wenn ihr berufliches Umfeld von ihrer Bloggeraktivität mitbekommt. In den Kommentaren zeigt sich, dass das kein Einzelproblem ist und auch ich kenne das Problem. Mir ist klar, dass ich über die Gefahr von persönlichen Dingen schreibe und dabei jetzt eine persönliche Geschichte erzähle, aber von meinem heutigen Standpunkt aus, sehe ich diese Episode als etwas, dass man durchaus nach außen tragen kann.

Ich hatte vor einigen Jahren schon mal einen Blog. Einen Blog, der mir persönlich sehr lieb war und in dem ich oft sehr frei über recht persönliche Dinge geschrieben habe. So schrieb ich über Liebeskummer, Freundschaften und Gedanken aus meinem tiefsten Inneren. Bis aus meinen engeren Freundeskreis habe ich keinem von dem Blog erzählt, aber natürlich war er öffentlich zugänglich und darüber hinaus auch noch über eine Blogging-Plattform gehostet. Aber wie man so in jüngeren Jahren oft ist, dachte ich mir nichts dabei. Im Gegenteil, ich dachte gar, wenn jemand diesen Quark liest, der mich nicht kennt, was macht das schon?

Also schrieb ich fleißig über mein Studium, meinen Nebenjob als Thekenkraft und meien Gedankenwelt. Eines Tages verfasste ich einen Beitrag über Dinge, die vermeintlich keiner über mich weiß. Darunter war der Punkt, dass ich meine Nase nicht leiden kann, weil sie zu lang und zu wenig hübsch ist (mittlerweile haben Nase und ich ein Abkommen geschlossen und uns miteinander abgefunden). Einige Tage danach arbeitete ich wieder und ein Kunde (männlich, Mitte 30) stand bei mir und meinte plötzlich, dass meine Nase doch so schlimm nicht sei. Im ersten Moment verstand ich gar nicht, was er mir damit sagen wollte. Erst als er meinen Blick sah, erklärte er, er habe meinen Blogeintrag gelesen.

Ganz abgesehen davon, dass der Typ mein erster (und gottseidank einziger) Stalker wurde, war dieses Erlebnis sehr beängstigend. Während ich mir nie Gedanken über die Beiträge gemacht hatte, konnte eine fremde Person herauslesen, wo genau ich arbeitete, wann meine Schichten sind und mich zwischen meinen Kollegen erkennen.

Heute versuche ich wieder zu bloggen, allerdings überlege ich oft, ob ich das, was mir gerade einfällt, bloggen soll oder nicht. Häufig tue ich es dann nicht, dementsprechend schwer fällt es mir hier eine ordentliche Linie zu finden. Ähnlich wie Katja habe ich auch noch keine Antwort auf das Problem gefunden. Aber vielleicht kommt das ja noch mit der Zeit…

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2 Comments

  • Reply
    Christin Garcia
    10. November 2014 at 07:50

    Hi! Das ist ja echt heftig mit dem Kerl. Sowas habe ich noch nie gehört, aber ich frage mich auch manchmal, ob ich das ein oder andere tatsächlich posten soll. Ich habe erst vor kurzem mit dem Bloggen angefangen, bin aber schon lange auf Instagram sehr aktiv und habe dort doch schon einige Follower. Früher habe ich auch offen geschrieben in welcher Stadt ich lebe, heute mache ich zwar auch kein Geheimnis daraus, posaune es aber auch nicht ständig raus. Ich hätte keine Lust auf meiner Jogging-Strecke irgendwelche Überraschungen zu erleben, zumal man da ja allein unterwegs ist. Ich denke man darf einfach nicht zu tiefgreifende Infos herausgeben.
    Ich wünsche dir, dass du da noch den richtigen Weg für dich findest!
    Liebe Grüße,
    Christin

    • Reply
      Suzi
      10. November 2014 at 08:50

      Hallo Christin,
      danke für deinen Kommentar! Dein Blog ist übrigens sehr interessant, ich denke da werde ich öfter mal vorbeischauen :). Ja, ich denke auch, man muss halt immer ein bisschen schauen, was man schreibt. Ich persönlich muss mich da einfach wieder langsam herantasten.
      Liebe Grüße Suzi

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