Ein bisschen Alltag

Mein Knie und ich – Teil 1: Vor der Kreuzband-OP

Jeder hat ja so seine Problemzonen. Eine meiner nervigsten und zickigsten ist mein Knie. Damit meine ich jetzt nicht, dass mein Knie besonders unförmig oder häßlich wäre. Mein Problem ist da eher anatomischer Natur, nämlich X-Beine. Dadurch kamen nach und nach die ersten Probleme. 

Kreuzband-SchieneErst waren es leichte Schmerzen beim trainieren in meinem damaligen Fitnesstudio, etwa zwei Jahre später kam es beim Sport zu einem vollständigen Riss des vorderen Kreuzbands. Damals habe ich lediglich zu einem hohen Kick angesetzt. Nur angesetzt, sprich ohne zu tatsächlich zu kicken, also keine krasse oder extreme Bewegung wie man meinen könnte. Ich hörte quasi "in mir" ein lautes Schnalzen und als nächstes fand ich mich schreiend am Boden wieder. Insgesamt dauerte es fast ein Jahr bis ich wieder Kickboxen machen konnte und es dauerte noch ein weiteres Jahr bis ich halbwegs wieder auf dem gleichen Stand wie vor der Kreuzbandraputur war. Die Zeit nach der OP war  wohl nicht so angenehm, denn ich erinnere mich vor allem daran, dass ich mir damals oft gesagt hatte, dass ich, sollte mir sowas nochmal passiert, nicht mehr operieren lassen werde.  

Ihr könnt es euch denken, aber natürlich blieb es nicht bei dem einen Kreuzbandriss. Ende April diesen Jahres passierte es wieder. Und natürlich wieder beim Training. Wenn man eine Sportart wie Kickboxen macht, sagen die Meisten: Ist doch klar, das liegt an der Sportart. Aber diesmal war die Bewegung sogar noch lapidarer als beim ersten Mal, denn im Prinzip habe ich mir nur das Knie verdreht. So wie es jedem schon mal passiert ist, beim Tanzen, beim Spazierengehen mit dem Hund, beim Spielen mit Kindern. Allerdings hat es sich sehr anders angefühlt. Eher als würde mein Oberschenkelknochen aus dem Knie rutschen. Etas ähnliches hatte ich schon mal gehabt und meistens war das nach 1 bis 2 Stunden wieder in Ordnung. Daher war ich anfangs auch nicht beim Arzt, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das Kreuzband bei sowas Trivialen kaputt gehen kann. Erst als die Schmerzen schlimmer denn besser wurden, suchte ich einen Arzt auf. Ich bekam die Vorabdiagnose "Raptur des vorderen Kreuzbandes" und eine Überweisung zur MRT.  

Wegen der Pfingstferienzeit bekam ich erst einen Termin Ende Juni für den Kernspinn. So hatte ich auch ein bisschen Zeit mich mit meinem Schicksal abzufinden, denn langsam musste ich mich doch mit der Frage beschäftigen, ob ich mich operieren lasse oder nicht. Wobei das mit dem "Schicksal abfinden" schon so eine Sache war. Gut 2 Wochen lang befand ich mich in einem tiefen Depressionsloch. Dazu muss ich aber sagen, dass es nicht nur der Kreuzbandriss an sich waren, sondern auch die dazu kommenden Umstände: Wie mache ich das mit dem Job, zahlt meine Krankenkasse, was für Sport kann ich danach noch machen und vor allem, war es das nun mit meinem geliebten Kickboxen? Am Ende blieb aber dann doch nur eine Antwort: Operieren. Denn trotz allem kann und will ich mir ein Leben ohne Sport nicht so recht vorstellen, ganz unabhängig vom Kickboxen. Also organisierte ich mir in der Zwischenzeit einen Termin bei meinem Wunschoperateur. In der ersten behandelnden Praxis wollte ich aus diversen Gründen nicht bleiben. 

 

Bei der MRT bekam ich auch schon den ersten Befund direkt mitgeteilt: vorderes Kreuzband gerissen, hinterer Meniskus verletzt, schweres Knietrauma. Jackpot. Not. Ich sagte mir, dass sich nun die OP zumindest ;). Beim Arzttermin wurde direkt das OP-Vorgespräch festgelegt. Bei diesem erklärte mir der Operateur dann die OP, der Termin festgelegt und mir gesagt wurde, was ich vor der OP zu erledigen habe (Blutbild, Schiene anpassen lassen, Thrombosestrümpfe kaufen, Termine für physikalische Therapie ausmachen). 

 

Hier meine Checkliste vor der OP (falls jemand interessiert ist): 

  • Blutbild, nicht älter als 2 Wochen 
  • Termine für physikalische Therapie 
  • Wenn nicht bereits vorhanden: Krücken holen 
  • Verschriebene Schienen anpassen lassen (Liege- und Gelenkschiene) 
  • Thrombosestrümpfe holen 
  • Verschriebene Schmerzmittel und Thrombosespritzen holen 

Außerdem sinnvoll: 

  • Kühlpacks ins Eisfach legen (idealerweise so längliche Kissen, so dass das ganze Knie bedeckt wird, hatte mir im Nachhinein noch zwei von diesen hier bestellt, da diese viel angenehmer sind als Kühlakkus) 
  • Für die OP eine Hose holen, die man an der Seite öffnen kann. Ich hatte eine mit Reißverschlüssen an den Seiten von Intersport. 
  • Kissen fürs Knie organisieren: Wir hatten zu Hause nur sehr weiche Sofa- oder eben normale Kopfkissen. Ich habe mir daher ein Venenkissen bekauf (ähnlich wie das hier) 
  • Kurz vor der OP groß einkaufen, v.a. Lebensmittel, usw. 
  • wer auf sich allein gestellt ist, kann sich einen Rollator zur Hilfe nehmen, um Sachen zu transportieren (den Tipp habe ich auf knie-marathon.de gefunden) 

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