Ein bisschen Alltag

Mein Knie und ich – Teil 4: Die erste Woche

So, die erste Woche mit neuem Kreuzband ist nun schon eine Weile rum. Die erste Woche war vor allem geprägt von Schmerzmitteln, sehr viel Schlaf und Krankengymnastik. Die ersten beiden Punkte waren etwas voneinander abhängig, denn immerhin waren es die Schmerzmittel, die mich so müde gemacht haben. 

Überhaupt kam ich mir vor wie meine 85 jährige Großmutter: Tabletten gegen die Schmerzen, Spritzen gegen die Thrombose, Tropfen gegen akute Schmerzen, Tabletten gegen die Nebenwirkungen der Tabletten,… Dazu kommt das Venenkissen, die Thrombosestümpfe, die Krücken und das Gefühl morgens, um 300 Jahre gealtert zu sein. Hätte nur noch der angedachte Rollator gefehlt und ich hätte mich schon so gut wie auf dem Friedhof gesehen. Aber es wird besser. Jeden Tag braucht man etwas weniger von den Bedarfsschmerzmitteln. Was gut ist, denn Tramadol macht auf Dauer süchtig (gehört ja zur Gruppe der Opioide). 

Ein großer Nachteil ist, dass ich von der OP einen Mordsbluterguß bekommen habe, der sich vom Knie bis fast zum Fußansatz erstreckt. Das macht das Tragen der Schiene sehr unangenehm, da die beiden unteren Gurte genau auf die ohnehin empfindlichen Stellen drücken. Meine Physiotherapeutin empfahl mir hierfür eine spezielle Salbe für Prellungen und Hämatom.

Einige meiner Freunde waren so lieb und schauten vorbei, um mich ein bisschen abzulenken, was mich persönlich sehr gefreut hat. Aber ansonsten liegt man, wie bereits angedeutet, in der ersten Woche die meiste Zeit herum, schläft und – in guten Phasen (so war es zumindest bei mir) – schaut etwas fern. Um so schöner ist da die Abwechslung durch die Physiotherapie. In der ersten Woche hatte ich zwei Termine, normal habe ich drei Mal die Woche "Training". Am Anfang kommt mein Bein auf die Motorschiene. Dort wird das Bein und damit vor allem das Knie vorsichtig und je nach Möglichkeit bewegt. Danach folgt die manuelle Therapie und Lymphdrainage. Am Schluß bekommt das Knie noch etwas Kühlung, damit es nach der ganzen Arbeit nicht anschwillt.

In der ersten Woche bekam ich für zu Hause folgende Übungen:

  • Knie bis zur Schmerzgrenze (auf keinen Fall darüber hinaus) strecken und beugen
  • Fuß anziehen und Ferse nach vorne schieben und dabei die Muskeln betätigen
  • Knischeibe nur durch Muskelbetätigung bewegen

Nach der ersten Woche hab ich persönlich noch keine großen Fortschritte feststellen können. Aber immerhin ist die OP ja noch nicht so lange her. Immerhin bekomme ich viele Komplimente für meine schicken Thrombosestrümpfe ;). Standardfarben sind ja normalerweise weiß, beige und schwarz. Meine sind knallpink ♥! Die Farbe war im Farbmusterkatalog ganz hinten und als ich dem Verkäufer sagte, dass ich die wolle, fragte er gleich fünf Mal, ob ich mir sicher sei, denn er bekäme die nie mehr los. Ich find die Farbe klasse. Noch toller wäre es, wenn es noch mehr Farben gegeben hätte, z. B. ein intensives Hellblau. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber ich finde Farbe wichtig, damit meine Laune an schlechten Tagen nicht komplett in den Keller geht :). 

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